

Stolpersteine - ein Mahnmal zum Innehalten
Friesenheims Solpersteine erstrahlen in neuem Glanz
Von Walter Holtfoth Text & Bilder
In Anlehnung an Recherchen von Ekkehard Klem und Ergebnissen von Google Gemeni (KI)
In einem Akt des Gedenkens und der Erinnerung im Rahmen der „Woche gegen Rassismus“ haben Schülerinnen und Schüler der Realschule Friesenheim die Stolpersteine im Ort gereinigt, die von dem Künstler Gunter Demnig verlegt worden sind. Diese kleinen Mahnmale im Gehweg erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Mit dieser Aktion setzen die Schüler ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen und tragen dazu bei, die Erinnerung an die Opfer des Holocaust in Friesenheim wachzuhalten.
Es waren 23 Schülerinnen und Schüler, die sich, bewaffnet mit allerlei Putzutensilien, daran machten die golden wirkenden Erinnerungssteine in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Isabell, Levin, Emma, Emely, Linette, Oskar, Maja, Michelle, Silos, Manoah, Moritz, Lucas, Luca, Melina, Asien, Katie, Jonas, Hannah, Paul, Melissa, alle im Alter von12 bzw. 13 Jahren hatten bereits zuvor das Thema Rassismus im Unterricht durchgenommen. Mit zum Stoff gehört, wie Martin Buttenmüller im Gespräch erklärte, auch das Tagebuch der Anne Frank.
Neben der Reinigung der Stolpersteine, steht auch ein Besuch der Anne Frank Ausstellung in Offenburg auf dem Programm.
Buttenmüller, der mit der Klassenlehrerin der R 7 b, Hannah Wagels, die Aktion in den Friesenheimer Straßen begleitete, stiftete nicht nur die Putzmaterialien wie Schwämme und Politur, er war auch mit Auskünften um den historischen Hintergrund mancher Greueltaten, auch in Friesenheim zur Stelle.
Ich habe die Aktionen in der Friesenheimer Hauptstraße vor den ehemaligen Wohnhäusern von Alfred und Brunhilde Levi und Josef Herschel Greilsheimer beobachtet und festgestellt mit welchem Eifer die Kids dabei waren. „Das Schöne ist, sie ziehen alle voll mit,“ so Martin Buttenmüller sichtlich zufrieden. Ich habe die KI, also Künstliche Intelligenz bemüht, wir die Geschichten der Menschen näher zu bringen, deren Namen auf den Metallplättchen wie von Zauberhand wieder golden erscheinen.
Alfred und Brunhilde Levi:
Sie lebten in der Friesenheimer Hauptstraße 87–89.
Ihr Leben wurde durch die Deportation nach Gurs im Jahr 1940 und die anschließende Ermordung in Auschwitz gewaltsam beendet. Ihre Geschichte steht stellvertretend für das Leid vieler jüdischer Familien, die während des Holocausts auseinandergerissen wurden.
Josef Herschel Greilsheimer: Friesenheimer Hauptstraße 95. Er war ein angesehener Viehhändler und Gemeindevorsteher in Friesenheim. Seine Rolle in der jüdischen Gemeinde zeigt, wie tief verwurzelt das jüdische Leben in Friesenheim war. Der Stolperstein belegte, dass er sein Leben auf der Flucht vor den Schergen verlor.
Seine Ehefrau Miriam Greilsheimer teilte das Schicksal der Deportation. Sie starb im polnischen Durchgangslager Izbica 1942. Die Tatsache, dass Josef Herschel Greilsheimer Gemeindevorsteher war, unterstreicht seine Bedeutung für die jüdische Gemeinde in Friesenheim und macht sein Schicksal im Nationalsozialismus besonders tragisch.
Das jüdische Leben in Friesenheim und sein jähes Ende
Die jüdische Gemeinde in Friesenheim war ein Teil der Bevölkerung, und die Menschen die dort lebten waren Nachbarn. Durch die Nationalsozialisten wurden sie aus ihrem Leben gerissen.
Diese Geschichten verdeutlichen, dass hinter den Stolpersteinen nicht nur Namen stehen, sondern dass es sich um Menschen mit individuellen Schicksalen handelt. Die Erinnerung an sie ist ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur und ein Mahnmal gegen das Vergessen.
Die jüdische Gemeinde in Friesenheim war eine kleine, aber bedeutende Gemeinde, deren Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Hier sind einige wichtige Informationen:
Frühe Geschichte:
Bereits im 17. Jahrhundert ließen sich jüdische Familien in Friesenheim nieder.
Im 19. Jahrhundert wuchs die Gemeinde stark an. Um 1880 erreichte die jüdische Gemeinde mit 135 Personen ihren höchsten Stand.
Dunkle Stunden: die Synagoge:
Die Synagoge in Friesenheim war ein wichtiger Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens. Das in der Lahrgasse befindliche Gebäude wurde in der Reichskristallnacht unter anderem von Mitgliedern der Friesenheimer Hitlerjugend geschändet und die Inneneinrichtung komplett zerstört.
Die Täter waren Jungs aus dem Ort.
( Quelle Ekkehard Klem, Bericht Badische Zeitung v. 09. November 2018)
Ekkehard Klem schreibt: „In Friesenheim waren es fünf oder sechs Angehörige der örtlichen Hitlerjugend, die die Synagoge stürmten. Die Eingangstüre wurde aufgestemmt, die Fenster eingeworfen. Das Gebäude selbst wurde nicht angezündet – aber nur, weil die Gefahr für die umliegenden Häuser zu groß gewesen wäre. Die Synagogenstürmer verbrannten jedoch das Inventar, Teppiche und Kultgegenstände. Das Gebetshaus der jüdischen Gemeinde war danach nicht mehr zu verwenden.“
Nie Wieder!
All dies und viele andere Begebenheiten in Friesenheim sollten nicht vergessen werden. Auch hierzu diente die Reinigung der Stolpersteine. Wichtig hierbei für den Verfasser dieser Zeilen ist nicht nur die Aktion. Ich wünsche mir dass die Jugendlichen im Erkennen der der Geschichte, mit dazu beitragen werden, dass sich derartiges niemals wiederholen darf.